Sonntag, 1. Dezember 2013

Adventskalender 2013 (1)
















"Was für ein Geraffel." – sagt Lou zu Andy in "Little Britain". Und WAS für ein Geraffel! Als Ausruf am Ende dieses sich neigenden Jahres scheint es perfekt zu passen.

Und damit eröffne ich unseren Adventskalender 2013, der – as usual – gefüllt wird mit einem höchst subjektiven Rückblick und sich daraus ergebendem Aus- und Einblick in eine höchst eigensinnige, vielleicht manchmal sogar lutherische Auswahl aus Musik, Literatur und Wissenschaft. Und selbst fabriziertem Küchendesaster. Gibt es eigentlich eine Mehrzahl von Desaster? Desasters? Bin nicht gewillt, eine Suchmaschine zu bemühen. :)

This is Cured Catherine directly from the Puppenstube und ich folge Ihrer freundlichen Einladung, Monsieur, in diesem Jahr den Adventsreigen zu eröffnen.

Die Vorweihnacht beginnt heuer mit dem ersten Advent, was auch hier nach einem grandiosen Auftakt verlangt. Damen und Herren, Monsieur:

Tür 1

Die vollkommen unerwartete, unglaubliche Live-Premiere eines fast 20 Jahre alten Songs, des wundervollen, unerreichten "Burn". Der Filmmusik zu "The Crow", der Film, den sogar die Goths selbst zu goth fanden, sich aber nie trauten, dies zuzugeben.

The Cure am 3. November in New Orleans.


















Welcome, welcome! Fein, daß wir nach technisch-lutherischem Geraffel gleichsam die Tür wieder eingehängt haben für unsere 95 Thesen. Meine Professoren sagten gern "gleichsam". Ich mochte das Wort, aber es ist gleichsam ein Dodo. Der Plural von Desaster ist Desaster, man vermutet wohl, daß die eh immer in Schwärmen kommen. Indeed, was für ein Auftakt, Babe! Über "Burn" kann man ohnehin nur in Schwärmen kommen, "The Crow" sehe ich jedes Jahr in der Teufelsnacht... ritualistische Capricorn-, äh, -riten. Zu goth für die Goths? Doch nicht aufgrund der sinistren Dinge, die sich auf Top Dollars Tisch räkeln, nein? Brandon Lee in dem Film zu sehen, geht schon unter die Haut. Auch sein letztes Interview, das ja auf der DVD ist, als er Paul Bowles zitiert - How many more times will you watch the full moon rise, all das.

Ich wußte nicht, daß The Cure "Burn" noch nie live gespielt hatten, es in New Orleans hervorzuzaubern, ist natürlich goldrichtig. Shadows purr, murmuring me away from you. Damn. Bob Dylan schwört ja, die Südstaaten seien bevölkert mit "rambling ghosts and disturbed spirits", zum jährlichen Küchendesastereinblicksauftakt ein Zitat aus Dylans "Chronicles": 

"The first thing you notice about New Orleans are the burying grounds - the cemeteries (...) Going by, you try to be as quiet as possible, better let them sleep (...) The past doesn't pass away so quickly here. You could be dead for a long time. The ghosts race towards the light, you can almost hear the heavy breathing - spirits, all determined to get somewhere." 

Spirit Empire. Geister scheinen auch zu atmen in der Musik auf "Black Pudding", Platten des Jahres Teil 1.







Und directly in die Puppenstube lasse ich es hinterm 1. Türchen noch ein wenig donnern. :)























Thank you, Babe! Ihr Auftakt aber ebenso! Mark Die Stimme Lanegan UND Mozart - unübertrefflich!

Ritualistische Capricornriten! I know these. :)

Nein, weniger die sich räkelnden Sinistren, als die um sich schießenden. Dennoch ein wichtiger Film, for sure.

Ah, interessant, diese ghosts in New Orleans. Dachte bis gestern, Bob wählte diesen Ort, weil es einer der letzten (oder sogar der letzte) Auftritt des Jahres war, aber wenn man den Namen des Festivals - Voodoo - noch dazu nimmt, wird es überdeutlich, dass er sich mehr dachte.

Black Pudding! Ein guter Name und der Song ein ebensolcher! Muss zugeben, dass ich dieses Jahr wohl etwa drei Platten kaufte, jedenfalls erinnere ich mich nicht an mehr, und zwei davon waren nicht für mich. Immer noch eine Platte des Jahres, wenn auch nicht diesen, ist die letzte der Ärzte. Und da wir dieses Jahr so düster starten, stecke ich Ihnen Herrn Gonzales in die Tür Nr. 2:

Die Ärzte - Das finde ich gut






Hach, die Zauberflöte. Dieser Marionetten-Papageno begrüßt die Besucher des Marionettenmuseums zu Salzburg. Dabei fällt mir ein, dass ich mich während des "Golems" gefragt habe, warum die Freimaurer so von Osiris besessen waren? Mozart und wohl auch Schikaneder logierten ja durchaus. Wollte übrigens schon als Kind Querflöte lernen, weil der letzte Abschnitt der Zauberflöte so wundervoll ist. So göttlich. Dazu hier ein Zitat aus "Amadeus", eine meiner Lieblingsszenen ist die, wo Salieri genau dies berichtet:

"Die Partitur sah nach nichts aus. Der Anfang, so simpel, fast lächerlich. Nur ein Pulsieren, Fagotte, Bassetthörner - wie eine rostige Quetschkommode. Doch da, plötzlich, hoch darüber, eine einsame Oboe, ein einzelner Ton, unerschütterlich über allem, bis eine Klarinette ihn aufnimmt, in einer Phrase von solch himmlischer Süße! Das war keine Komposition eines Zirkusaffen! So eine Musik hatte ich noch nie vernommen. Voll tiefster Sehnsucht; einer so unstillbaren Sehnsucht, dass ich erbebte und es mir schien, als hörte ich die Stimme Gottes."





















Eine Platte dieses Jahres ist ganz unbedingt eine Platte jeden Jahres, darum ist eine Platte des letzten Jahres auch eine Platte dieses Jahres. Ohne jeden Zweifel! Äh, - haben Sie das auch? Daß Sie bestimmte Wendungen nur noch als Filmzitat im Kopf haben? Wenn ich "Ohne jeden Zweifel!" denke, höre ich "Ohne jeden Zweifel!" im Tonfall von Professor Abronsius, "Tanz der Vampire", kurz nachdem sie ihn aufgetaut haben. Der Ärztehades! Amazing! Zwar bleibt "Wie es geht" mein ewiger Ä-Favorit, aber Herr Gonzales ist der meistunterschätzte Ä. Ich besitze die "Dinge von denen"-Maxi, weil "Das sind Dinge, von denen ich gar nichts wissen will" ein Vorläufer ist von "Bitte nich." 

Oooh, die Quetschkommode, thank you so much! Ich hatte den "Amadeus"-Soundtrack einen Tag, nachdem ich den Film im Kino gesehen hatte, noch als Platte, und auch da ist es fast unmöglich, den Beginn dieses Wunderwerks zu hören ohne an Salieris Worte zu denken.
Und die Marionettenkönigin der Nacht schaute mich vor zwei Jahren durch die Hintertür an, remember? :)

Osiris? Wissen, Wollen, Wagen und Schweigen. :) Weiß nicht, ob Schikaneders Libretto den Logenbrüdern zusagte, aber der mysteriöse Tod und die mysteriöse Wiedergeburt des dunklen Gottes, magisch zusammengefügt durch Isis, Symbol für Neuschöpfung des Selbst, Wandel zum Höheren, magische Belebung zu greater unity, Erneuerung, Verschmelzung - just thinking. "Isis" could easily be my favourite Dylan song.




 

Es bleibt nocturnal im 2. Türchen. Brüder des Schattens - Söhne des Lichts. Im selben Jahr wie "Amadeus" sah ich Herzogs "Nosferatu - Phantom der Nacht" zum ersten Mal. Daß ich dann, years later, zur Burg Pernštejn reisen würde, das Schloß von Nosferatu / Dracula / Kinski im Film - who would have thought. Such a long way. Der zweite Teil dieses wundersamen Stücks von Popol Vuh begleitet den Aufbruch von Harker / Bruno Ganz nach Transsylvanien - such a long way.





















Schon wieder Technik-Geraffel. Werde morgen Tech-Nick befragen. :)
Oh, sure, "I married Isis on the 5th day of May." I remember. :) Die Wundersame selbst ist Isabelle Adjani, nein? Wundersam und wunderschön.
Ich kaufte damals nicht den OST, aber "Rock me Amadeus" von Falco. Darauf gibt es einen Salieri-Mix. Den erspare ich Ihnen aber.

Ja, ich kenne diesen Zitate-Zwang. Erst kürzlich unterhielt Mademoiselle mich wiederholt mit einem recht albernen Youtube-Video, welches mit "Entschuldigen Sie, ham Sie Cevapcici?" beginnt. Nur wenig später beim Einkaufen in der Obstabteilung fragte ein Käufer einen vorbeihastenden Verkäufer ebendieses, auch im gleichen Tonfall. Nur das Cevapcici vervollständigte mein Autopilot-Hirn. Ich lachte noch an der Kasse. Das Video erspare ich Ihnen hier ebenfalls, es ist allzu albern.
Schreiten wir voran, das dritte Türchen bleibt mystisch, aber doch etwas leichter, denn wir haben noch eine arbeitsreiche Woche vor uns. Mademoiselle entdeckte dieses Jahr viel Neues und so auch ihre Neigung zu mittelalterlichem Markttreiben. So begaben wir uns im Oktober auf einen solchen und ich konnte dem gefeierten Hauptakt weniger abgewinnen als diesen fröhlichen Holländern hier. Männer mit Bärten. Der erste gleich gründete einen schottischen Clan, er selbst ist das einzige Mitglied.

Tür 3



















Isabelle Adjani, oui. Och aye the noo! soll die in Schottland überhaupt nicht benutzte schottische Phrase sein, die "Oh yes, just now!" bedeutet. Dezidierte Erkundung mittelalterlichen Markttreibens nunmehr Mademoisellepassion? Gotta be. Bevor das Treiben expandierte, hatten wir einen dieser Märkte direkt vor der Haustür, besuchten den auch, belauschten Dialoge wie "Ich bin Arwen, und wer bist du?" - "Ich bin auch Arwen!", und trafen Hobbit-Kollektive am Geldautomaten. Einen anmutlosen Green Man nahm ich mit Betrübnuss zur Kenntnuss, aber von solchen Phänomenen muß man sich freimachen. Zweitausendeins in den Colonnaden macht auch dicht, am Sonnabend erwarb ich dort noch "The Wicker Man", den von 1973 of course, zum Spottpreis, empfehle ich unbedingt bei auch nur leisester Faszination an paganism. Spielt auf fiktiver schottischer Insel. Christopher Lee nannte ihn den faszinierendsten Film, in dem er je gespielt habe.

Holländer, die gleich einen schottischen Clan gründen, ja, sehr schön! Meine Faszination für Canterbury Tales im schicken Outfit / Breakfast at Chaucer's in Gestalt der Mediaeval Baebes ventilierten wir ja schon, und die Sache mit meiner für ein paar Silbermünzen und eine Blasphemie in Moloneys Bar verkauften Seele ist Ihnen ja auch bekannt, aber Rapalje kannte ich noch nicht, merci!!

Dann in Türchen 3 Nick Drake für Sie. Nick Drake wurde nur 26. Sein stilles, trauriges Weggehen, seine Unrettbarkeit, die Schönheit seiner Songs, all still so touching. Brad Pitt hat mal für die BBC eine Gedenksendung für Nick Drake moderiert.






Was ich lange nicht wußte, Gabrielle Drake, in die ich mal schrecklich verliebt war, ist Nick Drakes Schwester.







Lt. Ellis in dieser Serie hier, die Frau, die weiß, wie man die Verfolgungssysteme der B142 aktiviert. "Ich hoffe, es ist Ihnen klar." Nein, Manni, Ralle und Dödel ist es nicht klar. "Beurteilen Sie eine Situation nie am Ende einer Konversation." Hä? Duh.





















Auch schon das 4. Türchen für Sie, wir bleiben kosmisch. Und stärken uns zunächst. Marrrß. Ja, Marrrß. Marrrß ersetzt verlorene Energie. Ja, Marrrß ersetzt verlorene Energie. Mit Traubenzucker in der Kändykrehm und im Butterkaramel ist sahnige Milch. Die erhöht die Ausdauer. Dann kann man nicht nur von Halb Acht bis Halb Elf an einem einzigen Brett sägen, sondern auch noch um Halb Zwölf und wahrscheinlich sogar nach Mitternacht.




Noch einen Schub Rauschcola, da hat sich doch Dave Wyndorf eingeschlichen,







und darum folgen Sie mir jetzt unauffällig aber bedingungslos in megalomanischen Sleaze, Enormballade vom Herrscher des Matmos, Prinzessinnen 1 - 2 wissen natürlich um den Mann auf dem Beifahrersitz. When I don't get my bath I take it out on the slaves. Is doch so.





















Dachte zwar an es, aber ich erkenne Twiggy ja nie, wenn es nicht sein grünes Kleid und diese dicke Brille trägt und Manson irgendwo in der Nähe rumhängt. Von Mademoiselle genügte ein Augenblick und sie konnte anhand der Frisur auch das Jahr nennen, aus dem das Video stammen muss. Unbelievable. Der alte Mann erinnert mich an den Großvater von Charlie. Oder ist er es etwa? Die Schokoladenfabrik dürfen wir am Nikolaustag ja mal wieder besuchen.

Rauschcola – ist ja so unglaublich! Und wie das Mars angepriesen wird. Als wär es Brot. Hehe.. :) Nochmal zurück zu Herrn Gonzales. Nein, unterschätzen sollte man ihn nicht, er ist eben das ruhige Drittel der Ärzte, aber dafür auch das tiefere. "Bitte nich" und "Dinge von denen" als Repräsentanten der Ablehnung der Überinformation und Überkandideltheit der Postpostpostmoderne? Absolutely yes. I'm with you.

Nick Drake ist mir bisher entgangen. Sehr berührend. Kann Ihnen da auch jemanden vorstellen, der mir kürzlich zeigte, dass Ian Curtis und auch Nick Drake zwar zu früh verstorben sind, aber Jungs wie diese doch immer mal wieder des Weges kommen.

Tür 4 - SIVU






Da ich morgen vermutlich nicht eine ruhige Sekunde haben werde, denn Mr. Molko is coming to town, stecke ich ihn mal direkt in Türchen 5.



















Placebo! It will be brilliant! Um ein Haar hätten wir uns dort zur einstweiligen Geraffelberatung versammeln können, aber die Herren Cave und Lanegan und die Herren Queens of the Stone Age rissen im November ein Loch ins Budget, so verzichteten wir schwerbeherzt. Erlebten sie aber 2003 und 2009 coming to ebendort. Beide Prinzessinnen anwesend, sah ich gerade. Fein. SIVU wirkt wie ein nervöser junger Mann mit völlig seltsamem Inkognito-Job, der irgendwann die Lads stehenließ, um sich unwiderruflich in Herbst zu tauchen.

Robert Smith hat Nick Drake mal als einen seiner touchstones bezeichnet. In der Doku "A Skin Too Few" erzählt Gabrielle, wie Nick einmal zu seiner Mutter sagte: könnte ich nur fühlen, daß meine Musik auch nur einem einzigen Menschen da draußen geholfen hätte... das wäre alles wert gewesen. Breaks your heart. Es waren so viele. Robert war einer von ihnen.

Sure, Jahresbestimmung via Frisur geht ruckzuck. :) Twiggy hat gerade ein eigenes Studio eröffnet, was wie ein bedeutender Schritt über die mit Manson garantierten Freizeitvergnügen hinaus erscheint, das Studio heißt The Realm Creative, auf fb gibt es Bilder, eine Oase für den Menschen, den bestimmte Formen von Tapete kränken, wirklich überaus geschmackvoll eingerichtet.

Türchen 5 - eine weitere der Platten des Jahres ist natürlich "... Like Clockwork", eine von zweien, deren Ausgangspunkt ein dunkler Abgrund war (die andere ist "Specter At The Feast", Black Rebel Motorcycle Club). "The Vampyre Of Time And Memory" war der erste Song, den Josh für das Album schreiben konnte, und er haßte ihn. "I was like, 'Who wants to hear this?' And Brody [seine Frau] was like, 'Who fucking cares?' And I was like, 'Oh yeah, that's right.' - Daß Act Two neuer Verletzlichkeit in einem Video wie diesem bestehen kann, um so besser.








Die endlos einfliegenden schwarzen Vögel bei "A Song For The Dead" raubten mir schon in der Berliner Zitadelle einen wichtigen Teil meines Gehirns, again now, aber das bekommt kein Filmer bei einem QOTSA-Konzert in sein yt-Filmchen gebannt, nirgends nicht. Darum, und weil Sie nach Placebo sowieso nichts beeindrucken kann :), verwandele ich mich vor Ihren Augen in einen Psychotschechen und Psycho-, äh, -moravier. Verstehen tu' ich auch nichts, aber das ist ja das Gute am Psychosein; es macht nichts.


















Placebo waren fein. Hatte ja einige Befürchtungen, dass die Halle nur halb voll sein würde bei den vielen ausgefallenen Zügen. Unnötig. Da wir sehr kurzentschlossen dort waren, saßen wir leider am falschen Ende der Halle im Block der alten Säcke und das meine ich nicht am Alter gemessen. Naja, aber die Show war schön, Stimmung am Ende brillant. Brian sehr gut gelaunt. Er ist ja einfach niedlich. "Running Up That Hill" war mein Highlight des Abends. So eine schöne, langsame Version des Klassikers. Ich habe irgendwo eine Interview-CD, auf der Robert Smith sich den Song wünscht. Always liked that. Robert sprach sogar von heartbreaking sad Nick Drake?! Hm. Umso dankbarer, dass Sie ihn mir vorstellten!

Einstweilige Geraffelberatung wäre natürlich prima gewesen. Denke jedoch, dass sich die gesamte Gemeinde inklusive Band ganz mayamäßig einfach auflösen wird, wenn es tatsächlich jemals vorkommen sollte, dass wir vier uns gleichzeitig in einem Konzertsaal befinden. Bei so hohem Bandsaufkommen mussten Sie natürlich Prioritäten setzen, das verstehe ich. Zu den Queens äußere ich mich noch. Muss dringend ein ernstes Wort mit dem Zeitdealer austauschen, sobald ich ihn erwische.

Ahh, endlich weihnachtet es auch hier, tschechisch sogar. Sehr fein.
Für Sie heute im Adventskalender ein feines Interview.
Tür 6
















"The biggest comeback in British television"! Will meinen! Arrggh, danke, wir sind dann wohl wieder im Frühjahr beglückte Pilze? Hmja, Moffats "There is a clue everyone has missed" noch im Ohr. Unendlich gespannt. Und whoa, Lars Mikkelsen. War gut in The Killing. The Killing war überhaupt phantastisch. Hieß in Deutschland "Kommissarin Lund", weil hier alles schon im Titel verdrögt werden muß. Alte Säcke Anfang 30 machen all diese Titel, I swear. Vor ein paar Jahren war ich kurz davor, mir ein Copyright auf "Ein(e) [Insert irgendeinen Scheiß hier] zum Verlieben" zu sichern.

Placebo ist eine dieser Bands, die einfach nicht less than brilliant sein können, obwohl sie mir mit Steve Hewitt am Schlagzeug als unit noch näher waren. Oh, "Running Up That Hill" spielten sie? Love it too. Ganz mayamäßige Auflösung von allem im Zeichen der Vier? Well, vermutlich. Und wenn die Capricornladies anfingen, sich mit ihren Schießeisen-unterm-Kissen-Bemerkungen auszutauschen, würden wir schön blöd aus der Wäsche schauen. :)

Nun raten Sie, wer dieses Jahr beim tschechischen "Rock for People"-Festival neben den Queens of the Stone Age auftrat? Genau. ER. Und ER taufte das Festival denn auch von der Bühne aus in "Gott for People" um. Seinen Standardsatz "Dieses Mal hatte ich wirklich nicht damit gerechnet", wenn er wieder seinen Preis als beliebtester tschechischer Sänger eingeheimst hat, wandelte er um in "Wenn ich etwas wirklich nicht erwartet habe, dann solch einen Empfang." Versteht sich, daß er das Haus auf den Kopf stellte. Ach, diese Tschechen. Hier nun sehen wir ihn in Türchen 6 als Teil einer Botschaft für streunende Mädchen.







Und aus dem Nikolausstiefelchen klettert noch der erste Claus on Celluloid.

















Tür 7 - Mann des Jahres natürlich Bowie. Hatte Tränen in den Augen ungelogen, als in der Nacht seines Geburtstags plötzlich "Where Are We Now?" das www durchrüttelte.







Altfranzösisches Weihnachtslied des Jahres: im Arrangement leisen, nächtlichen, mysteriösen Schneefalls.



















"Ein Geraffel zum Verlieben." Hehe.. Habe nun neue Hardware beim Weihnachtsmann bestellt. Was zu viel ist, ist zu viel. Und dazu so ein Hausmädchen mit gestärkter Schürze und Häubchen. Könnte ich wirklich gut gebrauchen. Früher brachte Claus auch das Bäumchen direkt mit, nicht!? Wie überaus praktisch.

Mademoiselle meinte auf dem Weg zur O², es würde ihr äußerst gut in den werten Kram passen, wenn Brian heute Herrn Bowie mitbringen könnte, man sei schließlich befreundet. Außerdem begegne sie endlich jemandem, der Mr. Manson persönlich kennt. Sfz. Capricornladies. I tell you. Blöd aus der Wäsche again and again. Bowie als Mann des Jahres angenommen. "Heroes" aber auch genial. Die Szenen mit dem Bowie Konzert aus Christiane F. damals! Hach.

Sie wurden dieses Jahr wohl endgültig zum Psycho-Tschechen? Was "solch ein Empfang" bei den Tschechen wohl heißt? Vermutlich Tränen in den Augen zu haben vor Rührung, Karel Gott zu treffen!

Für Sie heute zum zweiten Advent und in Türchen 8 auch etwas Tschechisches. Schon nach ein paar Sekündchen wird Ihnen ein schönes, bekanntes Gesicht auffallen.




















Ah, you!! Wird mir gleich ums Herz so doof. Noch mehr, da sich schon in Sekunde 1 Burg Pernštejn als Schauplatz offenbart. Als Libuse S erschien, mußte ich erstmal anhalten und mir das für die Nacht aufsparen. Gorgeous as eva, děkuji! Neue Hardware gleich? Donnerplunder. Und Hausmädchen kommen neuerdings mit bei Bestellungen? Good thing too. Der Lordsiegelverkleber nähme dann eine Sugar Plum Fairy.






Mal eben so Bowie mitbringen, ja. Unter ähnlichen Vorschlägen zur Weltverbesserung wird man mich begraben finden. Mit dieser Mischung aus Dezenz und Gnadenlosigkeit schreiten die durch jedes Geraffel.

Das Psychotschechentum, und auch Psychoslowakentum, wird aufgrund der Sprachbarriere immer ein solches bleiben, muß aber mittlerweile bekennen, daß Prag und Bratislava ein seltsames Gefühl von Zuhausesein geben. Es ist ein Außenseiterblick, but that's only natural, hat man hier auch. Als wir zur Burg Karlštejn fuhren, befanden sich im Zug viele Schüler zwischen 7 und 17 in Begleitung von Großeltern. Wunderbar zu sehen, wie die sich füreinander interessierten, kein Gemuffel, kein Smartphone oder iPod in Sicht, stattdessen angeregter Austausch, zärtlicher Umgang, liebevoller Respekt. You just notice this. Was wir aber verstanden, oder zu verstehen meinten, war, als eine charmant-resolute Dame ihrem Enkel die richtige Aussprache eines Ortsnamens beizubringen suchte, die ihm zunächst nicht so recht gelang, und sie dann sowas sagte wie: Nuschel nicht wie ein Slowak. :) 

Türchen 8 - unfaßbar, wieviel Schnee, Mondlicht, heiße Schokolade, leuchtende Christbaumkugeln und Kindheit in Guaraldis Peanuts-Musik stecken, so here comes some.






















Freitag, 22. November 2013

Vorweihnacht mit Cured Catherine (16): Ueblichkeit im Erdgeschloss















Encore:
















Wunderschön - alles! Heute noch bis 24 Uhr in Knechtschaft. Und hier rauscht es. Daher nur kurz: Tür 15, der Sänger ist doch der natürliche Vater von Paul Smith? :)






Wenn man, wie ich, entsetzlich müde auf die tanzenden Geschöpfe schaut und der Blick langsam verschwimmt, fragt man sich doch, ob die überhaupt echt sind, oder? Wie machen die das? Aber wenn man dann das hier sieht, glaubt man endgültig nicht mehr an ihre reale Existenz:
















"Tänzer sind mariniert in Schweiß", sagte mal einer. Die härteste Schufterei für die Illusion des Antigraven. Mademoiselle Lopatkina, oh dankeschön. Pavlova-esque. Unwirklich, die Hände und Arme, nicht? Früher sprach man vom Petersburger / Leningrader Arm oder vom Kirov-Arm bzw. Marinsky-Arm. Die Schule konnte man überall auf der Welt erkennen. Da ich vorhin beim Weihnachtsfeier-Julklapp einen "Orgasmatron" Head Massager gewann, müßte jetzt eigentlich Lemmy mit Motörhead, aber der hat ja mal eine Hymne auf die R.A.M.O.N.E.S.



















Unwirklich, genau. Dass es da auch Schulen und Bezeichnungen gibt, ist mir mal wieder neu. :) Hören Sie auf mit "Weihnachtsfeier", schlimm sind die in der Grundschule. Nur gut, dass es die letzte war. Neue Schule, neues Glück. So einen Head Massager, der aussieht wie eine Riesenspinne? Ist bestimmt toll! Aber warum Lemmy? Die Frisur? :) Keine Ahnung, wie das jetzt in die 17 geraten ist, aber ich finds unfassbar.






Was uns dann auch endlich zu den Weihnachtseinkäufen führt:



-> Weihnachten bei Hoppenstedts



"Hoppenstedt, wir heißen alle Hoppenstedt." :) Aaach, darauf ein Müllers Malz. Malzbier gehört für mich vollkommen unverzichtbar zu Weihnachten. 













Oha. Die Christmas Light Show wirkt, als müßten dringend Botschaften an Außerirdische übermittelt werden. Gerade las ich zu "Ist das Leben nicht schön?", James Stewart war vor der ersten Kuss-Szene sehr nervös, weil er fünf Jahre keine Frau mehr vor einer Kamera geküsst hatte, und dann war die Szene so gut, daß sie gekürzt werden mußte. Zwei Worte: Donna Reed.
 
"Es muß ein bißchen was Hmfh!" Geht mir oft so. Jawohl, so eine Riesenspinne. Fühlt sich irre an, jedenfalls, wenn es jemand anders bei dir macht. Wenn man es sich selber macht, ist es nicht so irre. Khm. Warum Lemmy?






Die Warzen bilden eine Wohngemeinschaft in seinem Gesicht, aber ein herzensguter Mensch. Ich muß dem Tag wieder ein Fenster hinterherwerfen – Guinness ist zwar nicht Malzbier, aber ohne dies geht's ja nun auch nicht.














Ja, unheimlich sympathisch dieser Lemmy :) Die Pogues, sehr gut. Guinness mag ich nicht, aber dunkles Bier. Und englisches Bier. Muß dringend noch den British Shop in der Hege aufsuchen. Letztes Jahr am 23.12. war da ein alter Daddy mit seiner erwachsenen Tochter einkaufend und vor sich hin grummelnd unterwegs. Sprach nur Englisch und es wurden die traditionellen englischen Weihnachtsverrücktheiten gekauft, wie Christmas Pudding und mint sauce. Zum Schluß saß er im Kassenraum und sang in aller Seelenruhe "My Way" vor sich hin und zur Unterhaltung aller Kunden. Ich glaub, er war der Weihnachtsmann. Schade, dass man so lange auf Neil Tennants Part warten muß. Und dann ist er auch schon wieder vorbei.
















Die Zeit, in der es einem ganz anders wird, voller Sehnsucht, voller Sehnsucht. Neil Tennant, seine out of space-Stimme und some enchanting Maria, da tut sich Zeugs auf, das beschreib ich lieber nicht. Habe ich Ihnen erzählt, daß ich ein "To Christian – Best Wishes" signed by Deborah Kerr besitze, weil ich ihr mal einen komplett konfusen Brief schrieb, der von ihren roten Haaren in "Quo Vadis" handelte und daß sie mich an ein früheres Leben erinnern, und davon, daß ich nach dem Film geträumt hatte, in der Arena zu stehen mit ihr und ein paar anderen, kurz bevor die Löwen kommen, und wir singen "All The Young Dudes" von Bowie? So paßt dann wieder alles zusammen. :)






Darf ich Sie dann zu einer virtuellen Schlittenfahrt? I say Ring-a-ling-a-ling dingdongding, you say ring tingle tingling too.

















Ja, Sie dürfen. Wär jetzt genau das Richtige und auf keinen Fall dürfen die Schokolollies fehlen... :)
















Bunte Lichter in der Lounge!






Raus in den funkelnden Schnee. Schließlich sind wir die drei Weisen. Oder three clowns short of a circus, whatever. :)


















Wenn noch einmal beim Aufrufen Ihrer Seite "Stupid Girl" startet, nehm ichs persönlich. :) Den 20. werf ich auch mal hinterher. Stimmungswechsel bis zur Schwindligkeit. Menschen, die bei uns anrufen, sagen oft, sie hätten "Üblichkeit". Die wohnen auch meistens im Erdgeschloß. Schön, oder? So ein Erdgeschloß hat bestimmt seine Vorteile.













 


Üblichkeit im Erdgeschloß? Aaah aaah aaah, ding ding ding, "there are toys for girls and boys..." schön!

Elvis, want some lemonade?


















*hicks*  Bestens. Ich nehm das Kleidchen von Martina. And what's under the tree? And behind the door in 23? Äh, 22? :)

















Über Johnny Cash können wir nicht mehr sagen, als wir heute bei Kaffee und Smarties schon sagten, und in honorem unseres bezaubernden Treffens in der Kälte tut # 23 so, als wäre es ein langer, harter Winter gewesen, und jemand möchte seinen Mantel um jemanden legen. Und eine Kerze anzünden.
















Bezaubernd, oui. Und die so tun, als wäre es ein langer harter Winter und sich Mäntel umlegen und Kerzen anzünden, haben vollkommen Recht. Ich wußte, Sie würden es schneien lassen. Danke! You were bigger and brighter and wider than snow. Folgerichtig gehörte jetzt hier Pictures Of You eingefügt, aber dazu ein anderes Mal. Später komme ich sicher nicht mehr dazu, es sind noch ein paar Päckchen zu packen und Nägel zu lackieren, deshalb schon zu früher Stunde meine Weihnachtswünsche.

Es ist der 24., was bedeutet, dass wir am Ende angekommen sind. Natürlich nur am Ende dieses einzigartigen Kalenders, denn es gilt selbstverständlich June Carter Cash singing >companion baby, you will never be abandoned< :) Ich wünsche ein wunderschönes Weihnachtsfest unter einem funkelnden Baum mit einer silbernen Spitze und ein paar sorglosen Stunden voller Musik und Zuckerzeug. :) Alles Liebe, Dear und danke für alles Wunderbare!

















For Love is Lord of all, my Lagan Love. Gleich werde ich Cary Grants Baumschmücktrick versuchen. I'll Be Home For Christmas, I'll be there and everywhere in the most silent night of all. Feiert schön, Prinzessinnen. You are now in Bedford Falls. It's a wonderful life.


























Sonntag, 27. Oktober 2013

Lou Reed 2.3.1942 - 27.10.2013










Do you remember the silver walks
You used to shiver and I used to talk
Then we went down to Times Square
And ever since I've been hangin' 'round there









Heard "The Velvet Underground & Nico" when I was 16, and ever since I felt protected. Immune to bullshit. He was one of those who protected us forever... he made us feel ten foot tall. Eternally grateful. May he sleep now for a 1000 years.

















Samstag, 12. Oktober 2013

Bitte nich







"Der Prinz hatte nur das Bedürfnis persönlichen Verschontbleibens" (Fontane, Vor dem Sturm)













Oktober ist eine gute Zeit, um ein Fazit zu ziehen. Von mir aus auch April. Wann Dezember ist, bestimme ich. Und darum kürt Antirat wie immer im Dezember schon im Mai den Filmsatz des Jahres.






"Wir haben auch Sojamilch!" - "Bitte nich." (7:05).







Dieses "Bitte nich", halb angewidert, halb resigniert, Sojamilch als Metapher für die Zeitvergeudung mit dem ganzen Bullshit, für das ganze belanglose Schnattern, für die tumbe Selbstbezogenheit der Dummheit, die sich selbst ständig laut und mit undekorativem IQ herausposaunt, für die ganze zombifizierte Verblödungsindustrie, die einen zubombt mit totgefeatureten Nichtigkeiten, SIE SIND SOGAR DER MEINUNG DAS WAR SCHIETE, für die ewige sterile Angepißtheit der Bionade-Bourgeoisie, für das alkoholinduzierte Gegröhl, das Deutsche für Fröhlichkeit halten, Parties um 2 Uhr morgens klingen hier in etwa so fröhlich wie das "Sieg"-Gebrüll in deutschen Fußballstadien, Otto Sander auch dahin ("Intelligenzija! Wo denn, wo denn!" - Sander in "Sommergäste"), für die allgemeine Infantilisierung und die Puritanisierung und die Fürdummverkaufung und den Jahrmarkt der Zwergeneitelkeiten und für alles, was der Teufel holen soll und blah blah Vampirnotfall blah, ein Mantra in seiner ursprünglichsten Bedeutung, denn Mantra bedeutet Schutz des Geistes. Bitte nich.