Samstag, 15. März 2014

Stern von Emily






Sei ganz ruhig, mein Kleines
Such dir einen Stern aus
Da werden wir bald wohnen, du und ich
Und Mama
Die Vögel singen nicht mehr
Wie kalt es wird
Knöpf deinen Mantel zu
Du hast die Mama doch sehr lieb, nicht wahr?
Ich hab sie auch sehr lieb
Und der Mann da
Wollte sie uns wegnehmen
Ich habe ihn getauft
Mit seinem eigenen Blut
Weil er Mama wehgetan hat
Sehr sehr wehgetan
Das Leben war so leicht
Als ich mit dem Schiff zurückkam
Sie stand auf der Pier
Als wäre sie aus irgendeinem
Irgendeinem Königreich des Lichts
Verlaß mich nicht, mein William, sagte sie
Ich habe jetzt dein Kind in mir
Hörst du, wie die Hunde bellen?
Der Captain läßt nach Ratcliff suchen
Du mußt nicht mehr weinen
Siebenhundert Elfen leben hier im Wald
Sie nehmen deine Tränen
Und verwandeln sie zu Perlen
Sieh mich an
Siehst du, jetzt lächelst du
Gott im Himmel
Paß bloß vor den Kerlen auf
Wenn du ein großes Mädchen bist
So? Und wer ist Jimmy?
Wie man zwischen Regentropfen durchgeht?
Das hat er dir gezeigt?
Schau her, mein Engel
Mama muß mir dieses Blut vergeben
Sonst finde ich den Stern nicht
Verstehst du, was ich sage, kleine Feder
Was getan ist, ist getan
Eines Tages wirst du verstehen
Warum das alles so ist
Wie er heißt, der Stern?
Stern von Emily, das ist sein Name
Lauf nach Hause jetzt
Mama macht dein Bett
Papa wird euch finden
Ganz bestimmt



























Dienstag, 4. März 2014

Unter deutschen Duschen (5): Attack Of The Ghost Riders












 
Parzival v. d. Dräuen: 
Ich werde euch alle verstummen machen. Wer unter der Dusche diese Arie nicht singt, verdient den Titel des Diplom-Duschologen nicht. Niemals erreicht, die wundersame Stimme der Callas. Diese Mariae bleibt immaculata. Sollte ich sterben, und das werde ich, dann soll mein Erdmöbel mit diesen Klängen samt Sättigungsbeilagen und Winkelementen der Ewigkeit des Paradieses überantwortet werden. Eine letzte Grohe-Armatur seien mir die Tränen der Verwandten und Freunde. Alle anderen können mir doch Lehm hinterherwerfen. Dafür würde ich auch nach drei Tagen nicht wiederauferstehen. Genug ist genug. 









Aljoscha der Idiot:
Schon klar, der weiblich inspirierten Auferstehungsresistenz kann ich folgen, aber was man drüben wirklich braucht, ist ein Motorrad.

















Unter deutschen Duschen (4): Aldo Duscher















SPIEGEL ONLINE Forum
"Unter deutschen Duschen - was singen Sie denn?"

März 2007





Parzival v. d. Dräuen: 
Das war wie beim Fußball, man trennt den Gegner regelgerecht vom Ball und der Schiedsrichter schickt einen trotzdem vorzeitig zum Duschen. Überhaupt Schiedsrichter, das ist schon ein Volk. Die würde man manchmal ja gerne ...
Obwohl diese nicht mehr praktizierende Fleischmütze aus Italien habe ich immer bewundert.









Aljoscha der Idiot:
Zitat von Parzival v. d. Dräuen
Die würde man manchmal ja gerne ... 

Ja was denn nun? In Überbrückung des cliffhangers die Frage: mal was von -> Aldo Duscher gehört? Müßte doch auf dem Spielfeld Ihr Mann sein. 



Zitat von Parzival v. d. Dräuen
Obwohl diese nicht mehr praktizierende Fleischmütze aus Italien habe ich immer bewundert. 

Einer aus der alten Schule. Der kannte noch die alte Regel: wenn zwei Kahlköpfe zugleich auf dem Platz sind, muß einer gehen. Darum hat er im UEFA-Cup-Endspiel 2004 Fabien Barthez zum Singen unter die Dusche schicken müssen. Natürlich konnte Olympique Marseille auch deshalb nicht gewinnen, weil der Gegner Valencia hieß. In der Kathedrale von Valencia befindet sich eine vom AS Rom nicht anerkannte Reliquie, der *husthust* Heilige Gral. Es handelt sich hierbei um ein Gefäß aus dem Vorderen Orient. Für Marseille stand seinerzeit der unvergleichliche Ägypter Mido auf dem Platz, aber das war zuwenig, denn die Inschrift auf dem Gefäß lautet: Bringt mir 11 Midos und ich gebe Euch den Pott.

Diesen geheimen Regeln des Fußballs wird zuwenig Beachtung geschenkt, besonders im Deutschen Sanitärbereich, wo Reporter "Valderrama" ungestraft mit "Klobürste" übersetzen dürfen und irgendwelche Waschbeckenbauer "Den ganzen Müll kann niemand trennen" singen. 









Parzival v. d. Dräuen:
Aldo Duscher? Ich bitte Ihnen! Den verehren wir Rheinlicher als Nationalheiligen! Dem habe ich neben dem Handwaschbecken einen semiotischen Schrein gebaut, verziert mit Lissaboaischem Ederl-Marzipan. Wer wollte je seine Schriften vergessen, welche Generationen von den Ideen des total Itären gereinigt haben.

Sein Hauptwerktum: "Aldo sprach Klara Tzustra" habe ich verschlungen. Hier eine haptische Sentenz im vierten Kapitel linksaussen ebenda, topobolischer Exzerpt aller Fragen: "Im Abseits der Linien verteidigen wir den Sturm so mehr, ach höre denn, Mynerva, und törre sparrer Wässer nicht, Los Argon klagt der Tynier Gral."  Lässt mich immer wieder erschaudern. Da perlt doch das Auge, da schwitzt die Seele ganz im Rühren auf. Der Mann ist wahrlich mit allen phygrischen Ölen gesalbt. Unbesehen, ein ganz Großer des Salsa Verde.









Aljoscha der Idiot:
Ich danke Sie! Ihre Hymne ist ja von geradezu olfaktorischer Qualität. Ach, Ofterdingen rufen große Dichtungsringe Kindheitserinnerungen wach: Das Leben ist schön, schön mit Jade! Bücher aus alten Tagen, wo hinnen sind sie... "Die Nebel der Avon-Beraterin"... indes ungern denke ich zurück an Fenjala, meine Jugendliebe, die mir schaumatische Erlebnisse bescherte. Noch rauscht es mir im Ohr "An meine Haut lasse ich nur Wasser und Aljoscha"... doch war sie Biagotti durch und durch. Fa, fa fa fa fa.





















Donnerstag, 27. Februar 2014

There'll never be another... Estella Blain






























How beautiful she was. Und wie traurig. Das Lied vom einsamen Mädchen: Estella Blain, geboren als Micheline Estellat am 30. März 1930, Tochter einer Familie baskischen Ursprungs, verbringt ihre Kindheit im Montmartre-Viertel, in der Nähe der Pathé-Studios in der rue Francoeur, sieht dort fasziniert die Künstler kommen und gehen, singt nach dem Krieg in Pariser Terrassencafés, nimmt Schauspielunterricht, aus dem Traum wird ernste Berufung, 1953 spielt sie im Théâtre du Grand-Guignol neben Michel Piccoli, dreht noch im selben Jahr ihren ersten Film, blondiert ihr Haar, heiratet den jungen Schauspieler Gérard Blain, das schüchterne Mädchen wird zum Star, orientiert sich in Kleidungsstil, Frisur und Make-up an den Hollywood-Schauspielerinnen der 1950er, der Glamour verdeckt das Trauma der ärmlichen Verhältnisse, in denen sie aufwuchs. Scheidung von Blain 1956, doch sie behält den Namen. Sie heiratet ein zweites Mal, sie hat einen Sohn. Sie ist Madame de Montespan in "Angelique und der König". Sie dreht über 20 Filme in 15 aufregenden Jahren. Und erlebt dann, wie andere Idole die Fantasie der Öffentlichkeit bewegen.

Als sich in den 1970ern Produzenten und Regisseure nicht mehr für sie interessieren, kehren die Dämonen der Kindheit zurück, ihre Zerbrechlichkeit, Empfindsamkeit und Melancholie wandeln sich in Depression. Als der Sohn sein eigenes Leben zu leben beginnt, fühlt sie sich allein, elend, nutzlos.

Am Neujahrstag 1982 findet man sie am Strand in der Nähe ihres Hauses in Port-Vendres im Département Pyrénées-Orientales. Sie hat sich mit einer Pistole in den Kopf geschossen. Für ihre letzte Reise wird ihr Körper nach Toulouse gebracht, im Beisein zahlreicher Künstler und Filmschaffender wird ihr Leichnam im Krematorium Cornebarrieu eingeäschert.







TV 1967 oder 1968, die tragische Schönheit singt die Einsamkeit.











"Miss Muerte" / "The Diabolical Dr. Z", 1965, einer der Hauptgründe für Orson Welles' Begeisterung für Jess Franco.










































Originally titled Miss Muerte ("Miss Death"), this is one of Franco's best movies. It was supposedly based on a novel by "David Kuhne," but it owes its essential plot to Cornell Woolrich's novel THE BRIDE WORE BLACK, which Francois Truffaut would film two years later. THE DIABOLICAL DR. Z opens with the death of Dr. Zimmer, another Orloff disciple whose disfigured daughter (Mabel Karr) seeks revenge on the Medical Board responsible for shaming him into a fatal coronary. As the instrument of her vengeance, she employs an exotic dancer named Miss Death (Estella Blain), whom she brainwashes with a sadistic acupuncture machine and sends out into the male world with a translucent danceskin and poisoned fingernails. Franco himself plays the rather large supporting role of a police inspector, unable to sleep since becoming a father; his partner in detection is played by Daniel White, who composed the scores for many of Franco's films.

Franco co-wrote this kinky melodrama with Jean-Claude Carrière, an unsung specialist in fetishistic storytelling who also scripted several of Luis Bunuel's last films, like DIARY OF A CHAMBERMAID (1969) and THAT OBSCURE OBJECT OF DESIRE (1977). As embodied by Blain (who committed suicide in 1981), Miss Death is one of the most lethal divinities of European horror. Beautiful black-and-white photography suffuses the visuals with an unnerving, silvery, surgical sheen.

Tim Lucas, Horrotica, The Sex Scream of Jess Franco